Wie werde ich ein besserer Mensch in 10 Tagen

27. Februar 2008 - 1 Kommentar

Es gibt gute und schlechte Tage – das kennt jeder. Bei mir gibt’s noch eine dritte Kategorie: so beschissene Tage, dass ich mich in der hintersten Ecke verkriechen, niemanden sehen oder sprechen und mit meinem Selbstmitleid allein sein mag. Manchmal fängt ein Tag auch durchaus vielversprechend an und entwickelt sich auch erst später zum Desaster.

Moment, halt, nicht so schnell.
Entwickelt sich der Tag oder entwickel ich mich in die eine oder andere Richtung? Kann man die Psyche gut genug steuern, um zu entscheiden, dass es einem schlecht geht? Wieviel Einfluss auf unser Leben haben wir eigentlich? Ich mein damit nicht, dass wir entscheiden können, ob wir morgens aufstehen oder doch lieber liegen blieben… Können wir uns morgens im Spiegel anlächeln und uns dann besser fühlen? Bringt es wirklich etwas, sich drei mal am Tag selbst zu beweihräuchern, wie toll man doch ist, um dann wirklich ein besserer Mensch zu sein? Sind diese ganzen Placebos die Lösung dieser Gesellschaft standzuhalten und sich durchzuboxen?

Die einen machen sich selbst was vor, die anderen suchen Anerkennung bei ihren Mitmenschen. Da wird geschleimt, geschmeichelt und bewundert bis zum geht-nicht-mehr, nur um besser dazustehen und in der Hoffnung, dass für das eigene Ego auch ein Bröckchen abfällt.

Ach, wo wir grad bei Egomanen sind… da gibt es ja nicht nur solche, die dadurch auffallen, wie toll sie sind, sondern auch noch die, die einem ständig mit ihren Problemen in den Ohren liegen. Im Mittelpunkt stehen ist auch für mich manchmal toll – auch wenn ich generell lieber hinter der Kamera agiere – aber sich mit Mitleid ins Rampenlicht zu bugsieren ist in meinen Augen doch eher fragwürdig. Ok ok, ich hab mich auch selbst schon dabei erwischt, wie ich beweisen wollte, dass es mir doch eigentlich am aller schlechtesten von allen auf dieser Welt geht… aber ich komm von so einem Trip auch wieder runter und werd wieder vernünftig bevor es zu spät ist …. hoffe ich.

Klar, das sind jetzt alles nur die Extreme, aber jeder sucht sich doch irgendwo seinen Weg, der aus ein bisschen von beidem zu bestehen scheint. Oder denke ich nur so eindimensional und es ist doch alles anders und nur ich mache mir über solche Merkwürdigkeiten Gedanken?

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Eine einzige, traurige Reaktion

Jenni

Ich finde Deine Berichte großartig und amüsant. Sie könnten definitiv aus meinem Leben stammen. Besonders die Nachbars-Geschichte. Übrigens bin auch ich Mediengestalterin und habe gelernt in solchen Situationen lieber Sachbearbeiterin „zu sein“ *schmunzel*
Alles Gute!

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