Eigentlich wollte ich nicht, dass es soweit kommt, dass ich hier über Arbeit blogge, aber die gestrige Meet Magento Conference hat doch einige bloggenswerte Eindrücke hinterlassen.
Zu allererst muss ich sagen, dass Rico Neitzel und die Jungs und Mädels vom Magentoteam einen super Job hingelegt haben. Die Location (Mediencampus Villa Ida) wie auch das Catering und die allgemeine Orga waren bis auf ein paar Kleinigkeiten (kein freies WLAN :( ) einwandfrei.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Rico und das Magentoteam betrat Roy Rubin (CEO des Magento-Entwicklers Varien) die Bühne um mit seiner Keynote (für meinen Geschmack etwas zu) weit auszuholen. Es kamen kurzzeitig Kaffeefahrtgefühle in mir auf, als Magento sehr ausschweifend angepriesen wurde. Fand ich ziemlich unnötig, da immerhin hauptsächlich Agenturmenschen, freie Entwickler und sonstige Magento-affine Leute anwesend waren, die bereits (erste) Erfahrungen mit dem OpenSource Shopsystem gesammelt hatten.
Deutlich interessanter empfand ich den nachfolgenden Vortrag, der im oberen Stockwerk in einem kleineren Seminarraum stattfand. Hierzu gibt es noch eine kleine amüsante Annekdote, für die ich jedoch etwas weiter ausholen muss:
Die anwesenden Zuhörer warteten entspannt auf den Beginn des Vortrags, als ein auffälliger Mensch im grauen Einreiher, den man eher in der Abteilung Schadensregulierung A-F der städtischen Versicherung anzutreffen vermutet hätte, mit seinem Aktenköfferchen den Raum betrat und sich sichtlich gestresst auf einen Stuhl in der ersten Reihe sinken ließ. Der angesprochene Vortrag lief bereits ein paar Minuten als Thomas Fleck (netresearch) vom Orga-Team mit einem amüsierten Grinsen und den folgenden Worten hereinkam: “Ich möchte gar nicht lange stören, aber wir warten im Saal unten auf unseren Referenten, der einen Vortrag zu halten hat… Herr Meyer, sind Sie hier irgendwo?” Daraufhin verließ unser lieber Pseudo-Versicherungsvertreter fluchtartig den Raum. Verfolgt vom Gelächter der restlichen Anwesenden. Dass der gute Herr Meyer wohl auch während seines eigenen Vortrags nicht so ganz bei der Sache war, hat der Powerbook Blog nett zusammengefasst.
Alexander Ringsdorff (visions new media) stellte derweil den gerade frisch gelaunchten Shop von Jack Wolfskin, die britische Einrichtungs-Plattform MyDeco.com sowie eine aktuelle Preview der Hotelbuchungsseite von Quehoteles vor, mit denen er sehr anschaulich zeigte, was mit Magento so alles geht – und wie flexibel das System wirklich ist. Unterhaltsam, eindrucksvoll und inspirierend.
Ähnlich verhielt es sich mit dem darauffolgenden Vortrag von Michael Türk (flagbit) zu TypoGento (ein Tool zur Integration von Magento-Inhalten innerhalb einer Typo3-Website). Sehr schnell fühlte ich mich bei diesem Ausflug in die mir altbekannte Typo3-Welt wohlig heimisch. Mit seiner sympathischen und von Grund auf ehrlichen Art (“Ich hab mich mit meinen Reden von TypoGento vor der T3CON extrem weit aus dem Fenster gelehnt – ohne eine Ahnung, ob unser Vorhaben wirklich funktioniert.”) schien der Referent aber auch die anderen Zuhörer schnell in seinen Bann zu ziehen.
Zu meinen Lieblingssituationen dieses Vortrags gehörte vor allem der Moment als Michael während der Vorstellung der neuen Features von TypoGento über das Wort “Installations Konfiguration” innerhalb seiner Präsentation stolperte. Seine Reaktion (frei zitiert): “Installations Konfiguration??? Was hab ich damit denn gemeint? … Oh, das soll Dokumentation heißen – Tja, es war spät gestern :)”. Sympathischer Typ, interessante Präsentation und wirklich ein beeindruckendes Ding, das die Jungs von flagbit da zusammengecodet haben. Sollte ich mir mal näher anschauen :)
Den Rest der Conference jetzt nur noch im Schnelldurchlauf: “Suchmaschinenoptimierung – Magento” hätte ich mir schenken können. Basics, die ich eh schon kannte und wenig Magento-relevantes. “Integration von Riskmanagementprozessen” war durchaus interessant, leider für unseren aktuellen Agenturbedarf etwas zu tiefgehend und praxisfern. “Zahlarten – Chancen, Vorteile, Risiken” war unterhaltsam, hat mir aber auch nichts wirklich neues gebracht. “Wie kalkuliere ich ein Magento-Projekt” war mein kleines Highlight am Nachmittag. Vinai Kopp brachte charmant und mit dem nötigen Feingefühl die Problematik der Projektplanung aus Sicht eines freien Entwicklers näher… Ich wusste manchmal nicht, ob ich heulen oder lachen sollte, da auch mir zu viele Kundenansichten einfach zu bekannt vorkamen. Hab mich dann aber doch für’s Lachen entschieden ;)
Mein persönliches Fazit:
Netter Event. Die Vortragsqualität war jedoch so abwechslungsreich wie das Publikum ;)
Bereut habe ich den Leipzig-Besuch aber bestimmt nicht – ich war nur ein wenig neidisch auf die lieben Leute, die das Glück hatten Leipzig per Flugzeug statt im gammeligen IC zu verlassen :)
Tags: Arbeit, E-Commerce, Leipzig, Meet Magento

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