Hallo liebe Sehnsucht.

29. April 2009 - 0 Kommentare

Das Leben ist grad ein bisschen bunter und lauter und alles blinkt und lenkt mich ab. Und ich würd jetzt gern schwärmen und sagen, wie toll alles ist. Würde gern behaupten, es fehle mir an nichts. Würde gern… Aber bleiben wir lieber mal realistisch.

Mein kleines Trostpflaster klebt fest und Ruhe spendend etwas oberhalb meiner Brust und hilft mir, ab und zu ein wenig zu lächeln. Lächeln ist gut. Lächeln heilt. Aber es füllt die Lücke der Sehnsucht nicht auf. Entfesselt keine Leidenschaft. Und es hält mich nicht davon ab, die dünne Schorfschicht wieder abzupiddeln und zuzusehen, wie die schwarze Leere – dem Blut so ähnlich – aus mir herausquillt und mir über die Brust den Bauch hinabrinnt und schließlich dickflüssig und träge zu Boden tropft. Der schöne neue Teppich…

Aber dann ist da wieder einer dieser Momente, in denen ich mein T-Shirt nehme, mir damit die klebrigen Reste dieser Leere wie fast getrocknetes Sperma vom Körper wische. Dann landet es schwarzbefleckt zusammen mit dem miesen Gefühl und der Traurigkeit im Wäschekorb. Und ich vergesse, daran zu denken. Vergesse, wie weh es tut, sich dem Leben zu stellen. Höre nicht mehr auf die Stimme in meinem Kopf, die mich zur Verliererin degradieren will. Und dann steh ich da, nur in Jeans, vor dem Spiegel. Zünde mir eine Zigarette an und lächle. Ich fühl mich immernoch vom Leben gefickt, aber irgendwann, da bin ich mir ganz sicher, wird es sich bücken und alles heimgezahlt bekommen. Und das Schicksal wird mich zum Tanz auffordern bis wir nassgeschwitzt und nach Luft japsend gemeinsam ein Bier trinken und auf die gute alte Zeit anstoßen. Aber solang muss ich mich noch mit meinem Leben, diesem Arschloch, arrangieren. Schlechte Liebhaber gibt es immer wieder. Und ich steh ja sowieso nicht auf Blümchensex.

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