Laufen lernen

20. November 2009 - 0 Kommentare - Gedankenmeer

Loslassen. Weglassen. Zulassen.

Einfach gehen – nicht fort sondern voran. Noch einmal zurückschauen, dann zaghaft noch einen Schritt vor. Mit wackligen Knien stehen bleiben. Kurz ausruhen. Weitergehen. Stück für Stück, Schritt für Schritt dem Neuen entgegen. Über offene Schnürsenkel stolpern. In Hundehaufen treten. Alles egal. Einfach weitergehen. Bis man nicht mehr stolpert. Barfuß durch taunasses Gras. Über Zebrastreifen bis nach Afrika.

Ein Anruf… von meiner eigenen Festnetznummer. Kripo Frankfurt. Adrenalinschub. Herzrasen. Zitternde Hände.

Nur noch einen Gedanken, der im Kopf in Endlosschleife rotiert: “Scheiße, Scheiße, Scheiße”.

Egal wie oft man diese Szene schon in Filmen oder Serien gesehen hat… darauf, die eigene Wohnungstür in aufgebrochenem Zustand und mit diesem schwarzen Fingerabdruck-sichtbar-mach-Puder beschmiert vorzufinden, ist man wirklich nicht gefasst. Ich war’s zumindest nicht.

[weiterlesen]

Der aufmerksame Leser weiß an dieser Stelle bereits, dass ich dem deutschen Wort wohlgesonnen gegenüber stehe. Jedoch sehe ich mich gezwungen, da es sich mit meiner Leidenschaft für das gesprochene Wort im Allgemeinen ähnlich verhält, auch diese nun zu offenbaren.

Die zugrundeliegende Motivation zum Niederschreiben der folgenden Gedanken fand sich in einer Illusionsproduktion im nahegelegenen Lichtspielhaus mit Namen “Illuminati”. Welch wohlklingender Titel… Leider zeigte sich der Hauptakteur dieses Bewegtbildvortrages nicht mehr ganz so wohlklingend wie noch vor einigen Jahren. Im Gegenteil – seine teils befremdliche Stimme wollte diesmal einfach nicht das sonst so gefühlvoll ausgeworfene, samtene Band des Wiedererkennens und der Geborgenheit um mich legen. Und so sinnierte ich einen Großteil des Filmes darüber, was die Wirkung einer Stimme wirklich ausmachen mag.

[weiterlesen]

Vorgestern rief mich meine Mum an, um mir mitzuteilen, dass sie und ihr Freund in der Nacht nach Polen fahren würden. Die Schwester meines Großvaters sei Anfang der Woche gestorben und am Donnerstag sollte die Beerdigung sein. Auch ohne bemerkenswerte Bindung  zu diesem Zweig meiner Familie (die ich der Entfernung und der lieben Sprachbarrieren zu verdanken habe), musste ich erst einmal schlucken. Ich war wahrscheinlich schon auf überdurchschnittlich vielen Beerdigungen in meinem verhältnismäßig kurzen Leben, aber daran gewöhnen kann man sich wahrscheinlich nie.

[weiterlesen]

Die deutsche Sprache ist vielleicht nicht die schönste auf dieser Welt und bestimmt auch nicht diejenige, die als Unkundiger am leichtesten zu erlernen ist. Aber ich mag sie. Ich mag sie wirklich. Mit der richtigen Aneinanderreihung von Worten kann man mir eine Gänsehaut verpassen oder dafür sorgen, dass ich debil grinsend durch die Gegend laufe. Manche Worte beschäftigen mich mitunter über Tage, bahnen sich ihren Weg in meinen Kopf und bleiben dort kleben. Und manche Ausdrücke oder Redewendungen sind so großartig, dass sie es bis in meinen alltäglichen Sprachgebrauch schaffen. “Großartig” zum Beispiel. Ende letzen Jahres für mich entdeckt, komme ich nicht umhin, es immer und immer wieder zu nutzen, weil dieses Wort einfach großartig ist ;)

[weiterlesen]

Pages: 1 2 3 >>