Die deutsche Sprache ist vielleicht nicht die schönste auf dieser Welt und bestimmt auch nicht diejenige, die als Unkundiger am leichtesten zu erlernen ist. Aber ich mag sie. Ich mag sie wirklich. Mit der richtigen Aneinanderreihung von Worten kann man mir eine Gänsehaut verpassen oder dafür sorgen, dass ich debil grinsend durch die Gegend laufe. Manche Worte beschäftigen mich mitunter über Tage, bahnen sich ihren Weg in meinen Kopf und bleiben dort kleben. Und manche Ausdrücke oder Redewendungen sind so großartig, dass sie es bis in meinen alltäglichen Sprachgebrauch schaffen. „Großartig“ zum Beispiel. Ende letzen Jahres für mich entdeckt, komme ich nicht umhin, es immer und immer wieder zu nutzen, weil dieses Wort einfach großartig ist ;)

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Dieses Jahr spare ich mir mal die Ausführungen über die lieben Verwandten rund um den ach so heiligen Abend (der Rotwein war wiedermal lecker… und nötig) und gedenke lieber einer sehr netten Situation heute Vormittag, die für mich viel weihnachtlicher war als jeder Schokomann. Außerdem hab ich bei dieser Gelegenheit mal wieder gute Karmapunkte sammeln können ;)

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Gegen Jahresende wird man ja gern mal ein wenig nachdenklicher und schaut auf das vergangene Jahr zurück, macht sich Gedanken, was gut und was schlecht gelaufen ist und schaut auch mal bescheuerte Rückblick-Sendungen auf RTL. Letzteres erspare ich mir meist, der Rest kommt jedoch schonmal vor. Wobei meine aktuellen Überlegungen weniger an dieses Jahr geknüpft sind, als genereller Natur zu sein scheinen…

Jahrelang hab ich auf eben so einen Moment wie vor ein paar Tagen „gewartet“, weil ich immer dachte, sowas gehört zum erwachsen werden dazu… und bizarrerweise wurde gerade dieser Moment von einem Blogeintrag ausgelöst/angetriggert/begleitet. Da wird jemand Vater und berichtet in seinem Blog darüber. Ansich nichts spektakuläres. Soll ja schonmal vorgekommen sein. Und doch bringt mich gerade dieser Eintrag zum Grübeln.
Kurz zur Vorgeschichte: Ich kann nicht mit Kindern. Ich fange nicht an zu quietschen oder zu gurren, wenn ich Babies sehe. Ich hasse diese furchtbar alberne Babysprache, in die manche Menschen verfallen, wenn sie kleine Kinder oder Welpen sehen. Die Lautstärke der meisten Bälger geht mir tierisch auf die Eierstöcke und ich finde es teilweise wirklich bedauerlich, dass die Prügelstrafe abgeschafft wurde.

So und auf einmal soll das alles anders sein???

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Nachbarn

27. April 2008 - 5 Kommentare - Gedankenmeer

Ich kann nicht gerade behaupten, sonderlich extrovertiert zu sein und gern auf Menschen zuzugehen. Nein, ich lebe doch lieber in meiner kleinen eigenen Welt, in die ich nur einen kleinen Kreis Auserwählter mithineinlasse.

Gestern nachmittag hatte ich gerade meine zwei schweren Einkaufstüten die ewiglangen Treppen ins 4. OG geschleppt, wollte gerade meine Wohnungstür aufschließen, da hörte ich hinter mir ein Rumpeln und eine Stimme. Ganz zuordnen konnte ich die Geräusche nicht, da ich wie immer verkabelt war und mir gerade Papa Roach ins Ohr brüllte. Also Stöpsel raus, umgedreht und nachgesehen, wer da stört.

Mein Nachbar – schätzungsweise Ende 30, schon leicht lichtes Haar und ca. 10kg zuviel auf den Hüften – schloss gerade seine Haustür ab und flötete mir wohl ein freundliches Hallo entgegen. „Hallo“-sagen unter Nachbarn find ich ja noch recht charmant, aber was dann kam, kostete mich 30 Minuten meines Lebens und einige Nerven.

Der gute Herr verwickelte mich in ein Gespräch… zuerst die Frage, ob ich mich denn gut eingelebt hätte (ich wohne hier seit November 07!), dann ein bisschen allgemeines blabla: Er ist selbstständiger Statiker, arbeitet von zu Haus aus, meistens nachts, weswegen bei ihm auch immer nachts das Licht brennt, welches ich durch mein Fenster im Flur sehen könnte – Glückwunsch. Nachdem er dann erfahren hatte, dass ich gelernte Mediengestalterin bin, wars aus. Als Selbstständiger hat man natürlich nur bedingt Kohle, um Werbung und Akquise zu betreiben und das wäre ja dann furchtbar praktisch, wenn man da wen kennen würde. Juchuuuh. Ich bin einfach zu nett, weswegen mir wohl demnächst drohen wird, für meinen Nachbarn einen Internetauftritt zu basteln. Juchuuuh².

Nach ca. 30 Minuten drückte er mir schließlich einen Zettel mit seinen Telefonnummern und seiner E-Mail-Adresse in die Hand und erklärte mir noch, dass ich ja jederzeit bei ihm Klopfen könnte (seine Klingel sei kaputt, seit jemand unten die Taste festgeklemmt hätte) und dass ich ja gern später noch auf einen Kaffee vorbeikommen könnte, dann könnten wir das ja alles mal besprechen *seufz*.

Während ich dies schreibe, sitze ich übrigens auf meinem sonnigen Balkon und genieße meine erste Tasse Kaffee des Tages. Und wen sehe ich da, als ich mich einmal umdrehe? Meinen Nachbarn – auf seinem Balkon. Beim Frühstücken. Oben ohne. Vielleicht sind es doch eher 15kg zuviel. Ob ich mir ne neue Wohnung suchen sollte? Bockenheim oder das Ostend gefallen mir eh viel besser…

Es gibt gute und schlechte Tage – das kennt jeder. Bei mir gibt’s noch eine dritte Kategorie: so beschissene Tage, dass ich mich in der hintersten Ecke verkriechen, niemanden sehen oder sprechen und mit meinem Selbstmitleid allein sein mag. Manchmal fängt ein Tag auch durchaus vielversprechend an und entwickelt sich auch erst später zum Desaster.

Moment, halt, nicht so schnell.
Entwickelt sich der Tag oder entwickel ich mich in die eine oder andere Richtung? Kann man die Psyche gut genug steuern, um zu entscheiden, dass es einem schlecht geht? Wieviel Einfluss auf unser Leben haben wir eigentlich? Ich mein damit nicht, dass wir entscheiden können, ob wir morgens aufstehen oder doch lieber liegen blieben… Können wir uns morgens im Spiegel anlächeln und uns dann besser fühlen? Bringt es wirklich etwas, sich drei mal am Tag selbst zu beweihräuchern, wie toll man doch ist, um dann wirklich ein besserer Mensch zu sein? Sind diese ganzen Placebos die Lösung dieser Gesellschaft standzuhalten und sich durchzuboxen?

Die einen machen sich selbst was vor, die anderen suchen Anerkennung bei ihren Mitmenschen. Da wird geschleimt, geschmeichelt und bewundert bis zum geht-nicht-mehr, nur um besser dazustehen und in der Hoffnung, dass für das eigene Ego auch ein Bröckchen abfällt.

Ach, wo wir grad bei Egomanen sind… da gibt es ja nicht nur solche, die dadurch auffallen, wie toll sie sind, sondern auch noch die, die einem ständig mit ihren Problemen in den Ohren liegen. Im Mittelpunkt stehen ist auch für mich manchmal toll – auch wenn ich generell lieber hinter der Kamera agiere – aber sich mit Mitleid ins Rampenlicht zu bugsieren ist in meinen Augen doch eher fragwürdig. Ok ok, ich hab mich auch selbst schon dabei erwischt, wie ich beweisen wollte, dass es mir doch eigentlich am aller schlechtesten von allen auf dieser Welt geht… aber ich komm von so einem Trip auch wieder runter und werd wieder vernünftig bevor es zu spät ist …. hoffe ich.

Klar, das sind jetzt alles nur die Extreme, aber jeder sucht sich doch irgendwo seinen Weg, der aus ein bisschen von beidem zu bestehen scheint. Oder denke ich nur so eindimensional und es ist doch alles anders und nur ich mache mir über solche Merkwürdigkeiten Gedanken?

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