Gegen Jahresende wird man ja gern mal ein wenig nachdenklicher und schaut auf das vergangene Jahr zurück, macht sich Gedanken, was gut und was schlecht gelaufen ist und schaut auch mal bescheuerte Rückblick-Sendungen auf RTL. Letzteres erspare ich mir meist, der Rest kommt jedoch schonmal vor. Wobei meine aktuellen Überlegungen weniger an dieses Jahr geknüpft sind, als genereller Natur zu sein scheinen…

Jahrelang hab ich auf eben so einen Moment wie vor ein paar Tagen „gewartet“, weil ich immer dachte, sowas gehört zum erwachsen werden dazu… und bizarrerweise wurde gerade dieser Moment von einem Blogeintrag ausgelöst/angetriggert/begleitet. Da wird jemand Vater und berichtet in seinem Blog darüber. Ansich nichts spektakuläres. Soll ja schonmal vorgekommen sein. Und doch bringt mich gerade dieser Eintrag zum Grübeln.
Kurz zur Vorgeschichte: Ich kann nicht mit Kindern. Ich fange nicht an zu quietschen oder zu gurren, wenn ich Babies sehe. Ich hasse diese furchtbar alberne Babysprache, in die manche Menschen verfallen, wenn sie kleine Kinder oder Welpen sehen. Die Lautstärke der meisten Bälger geht mir tierisch auf die Eierstöcke und ich finde es teilweise wirklich bedauerlich, dass die Prügelstrafe abgeschafft wurde.

So und auf einmal soll das alles anders sein???

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Manchmal ist das Leben komisch… und manchmal sogar so komisch, dass man nicht mehr aufhören kann zu lachen. Nämlich dann, wenn die Lösung von scheinbar unlösbaren Problemen die ganze Zeit direkt vor einem lag und man sich nur selbst die Augen so fest zugehalten hat, dass man sie nicht sehen konnte.

„Hä?“
Ja, das dachte ich gestern auch… als die ganze Last der letzten Monate von mir abzufallen schien und ich grinsend durch die sonnigen Straßen gelaufen bin – PJ Harvey auf den Ohren und den Drang mitzusingen bekämpfend.

Wenn man selbst sein größter Feind ist, sich selbst mit seinen Gedanken in den Wahnsinn treibt und nicht aufhören kann zu leiden, sieht das Leben manchmal ganz schön grau, nein sogar schwarz, aus. Aber muss das wirklich sein? Muss ich mich so quälen? Muss ich mich zwingen „normal“ sein zu wollen? Ganz einfach: nein.

Ich dachte zu lange Zeit, dass ich jemanden nur für mich und ganz und gar haben wollte. Dabei hab ich mich selbst vergessen… vergessen, dass ich es war, die in den letzten zwei Beziehungen weggelaufen ist und Mist gebaut hat, weil mir die Nähe zuviel wurde. Wieso sollte ich also darum kämpfen, jemanden für mich zugewinnen, den ich dann, wenn ich ihn jemals haben sollte, nur enttäuschen und allein lassen würde? Eben…

Somit scheine ich endlich wieder in der Lage zu sein, die Menschen um mich genau als das zu sehen, was sie nunmal sind: Wegbegleiter.
Keiner von ihnen wird mir abnehmen, einen Fuß vor den anderen zu setzen und meinen Weg zu gehen. Aber der eine oder andere wird mir seine Hand reichen, ein Stück mit mir gehen und mir vielleicht auch über so manche Unebenheit hinweg helfen. Und zum ersten Mal seit so langer Zeit fühle ich mich zufrieden mit diesem Gedanken. Zufrieden und ein Stück weit ruhiger.

Kennt hier irgendwer einen empfehlenswerten Psychologen/Psychiater in Frankfurt? Ich glaub, ich bin bereit… *lächel*