Das Leben ist grad ein bisschen bunter und lauter und alles blinkt und lenkt mich ab. Und ich würd jetzt gern schwärmen und sagen, wie toll alles ist. Würde gern behaupten, es fehle mir an nichts. Würde gern… Aber bleiben wir lieber mal realistisch.

Mein kleines Trostpflaster klebt fest und Ruhe spendend etwas oberhalb meiner Brust und hilft mir, ab und zu ein wenig zu lächeln. Lächeln ist gut. Lächeln heilt. Aber es füllt die Lücke der Sehnsucht nicht auf. Entfesselt keine Leidenschaft. Und es hält mich nicht davon ab, die dünne Schorfschicht wieder abzupiddeln und zuzusehen, wie die schwarze Leere – dem Blut so ähnlich – aus mir herausquillt und mir über die Brust den Bauch hinabrinnt und schließlich dickflüssig und träge zu Boden tropft. Der schöne neue Teppich…

Aber dann ist da wieder einer dieser Momente, in denen ich mein T-Shirt nehme, mir damit die klebrigen Reste dieser Leere wie fast getrocknetes Sperma vom Körper wische. Dann landet es schwarzbefleckt zusammen mit dem miesen Gefühl und der Traurigkeit im Wäschekorb. Und ich vergesse, daran zu denken. Vergesse, wie weh es tut, sich dem Leben zu stellen. Höre nicht mehr auf die Stimme in meinem Kopf, die mich zur Verliererin degradieren will. Und dann steh ich da, nur in Jeans, vor dem Spiegel. Zünde mir eine Zigarette an und lächle. Ich fühl mich immernoch vom Leben gefickt, aber irgendwann, da bin ich mir ganz sicher, wird es sich bücken und alles heimgezahlt bekommen. Und das Schicksal wird mich zum Tanz auffordern bis wir nassgeschwitzt und nach Luft japsend gemeinsam ein Bier trinken und auf die gute alte Zeit anstoßen. Aber solang muss ich mich noch mit meinem Leben, diesem Arschloch, arrangieren. Schlechte Liebhaber gibt es immer wieder. Und ich steh ja sowieso nicht auf Blümchensex.

Vorgestern rief mich meine Mum an, um mir mitzuteilen, dass sie und ihr Freund in der Nacht nach Polen fahren würden. Die Schwester meines Großvaters sei Anfang der Woche gestorben und am Donnerstag sollte die Beerdigung sein. Auch ohne bemerkenswerte Bindung  zu diesem Zweig meiner Familie (die ich der Entfernung und der lieben Sprachbarrieren zu verdanken habe), musste ich erst einmal schlucken. Ich war wahrscheinlich schon auf überdurchschnittlich vielen Beerdigungen in meinem verhältnismäßig kurzen Leben, aber daran gewöhnen kann man sich wahrscheinlich nie.

[weiterlesen]

Die deutsche Sprache ist vielleicht nicht die schönste auf dieser Welt und bestimmt auch nicht diejenige, die als Unkundiger am leichtesten zu erlernen ist. Aber ich mag sie. Ich mag sie wirklich. Mit der richtigen Aneinanderreihung von Worten kann man mir eine Gänsehaut verpassen oder dafür sorgen, dass ich debil grinsend durch die Gegend laufe. Manche Worte beschäftigen mich mitunter über Tage, bahnen sich ihren Weg in meinen Kopf und bleiben dort kleben. Und manche Ausdrücke oder Redewendungen sind so großartig, dass sie es bis in meinen alltäglichen Sprachgebrauch schaffen. „Großartig“ zum Beispiel. Ende letzen Jahres für mich entdeckt, komme ich nicht umhin, es immer und immer wieder zu nutzen, weil dieses Wort einfach großartig ist ;)

[weiterlesen]

Dieses Jahr spare ich mir mal die Ausführungen über die lieben Verwandten rund um den ach so heiligen Abend (der Rotwein war wiedermal lecker… und nötig) und gedenke lieber einer sehr netten Situation heute Vormittag, die für mich viel weihnachtlicher war als jeder Schokomann. Außerdem hab ich bei dieser Gelegenheit mal wieder gute Karmapunkte sammeln können ;)

[weiterlesen]

Gegen Jahresende wird man ja gern mal ein wenig nachdenklicher und schaut auf das vergangene Jahr zurück, macht sich Gedanken, was gut und was schlecht gelaufen ist und schaut auch mal bescheuerte Rückblick-Sendungen auf RTL. Letzteres erspare ich mir meist, der Rest kommt jedoch schonmal vor. Wobei meine aktuellen Überlegungen weniger an dieses Jahr geknüpft sind, als genereller Natur zu sein scheinen…

Jahrelang hab ich auf eben so einen Moment wie vor ein paar Tagen „gewartet“, weil ich immer dachte, sowas gehört zum erwachsen werden dazu… und bizarrerweise wurde gerade dieser Moment von einem Blogeintrag ausgelöst/angetriggert/begleitet. Da wird jemand Vater und berichtet in seinem Blog darüber. Ansich nichts spektakuläres. Soll ja schonmal vorgekommen sein. Und doch bringt mich gerade dieser Eintrag zum Grübeln.
Kurz zur Vorgeschichte: Ich kann nicht mit Kindern. Ich fange nicht an zu quietschen oder zu gurren, wenn ich Babies sehe. Ich hasse diese furchtbar alberne Babysprache, in die manche Menschen verfallen, wenn sie kleine Kinder oder Welpen sehen. Die Lautstärke der meisten Bälger geht mir tierisch auf die Eierstöcke und ich finde es teilweise wirklich bedauerlich, dass die Prügelstrafe abgeschafft wurde.

So und auf einmal soll das alles anders sein???

[weiterlesen]

Pages: << 1 2 3 >>