Nein, das ist keiner dieser verzweifelten „Ab jetzt geht’s richtig los“-Neujahrsvorsätze. Das hier ist ein Anfang. Mein Anfang.

Zu meiner eigenen Reise… ohne konkretes Ziel, aber mit dem starken Willen, etwas zu verändern, mich zu bewegen – im Kleinen wie auch Großen. Denn Stillstand macht mich unzufrieden und irgendwie kribbelig im Kopf, da ich das Gefühl habe, etwas zu verpassen. Weil diese Welt, in der ich lebe, so viel mehr zu bieten hat und es so viel mehr zu erleben gibt als Arbeit und Netflix.

Ich plante, hoffte und nichts passierte.

Ohne genau zu sehen, wo es hingeht, fällt es manchmal schwer, den ersten Schritt zu tun.

In den letzten Monaten und Jahren habe ich über vieles nachgedacht, reflektiert und Pläne geschmiedet. Ich habe Unmengen an Büchern gelesen, von denen ich mir erhoffte, dass sie mir die Augen öffnen, mir helfen, endlich das Leben zu führen, das ich mir wünsche… aber seien wir doch mal ehrlich: nur lesen und hoffen hilft einfach nicht.

Jetzt ist es endlich an der Zeit, mal den Arsch hoch zu bekommen und etwas zu tun.

Und das ganze hier zu dokumentieren, hilft mir hoffentlich, am Ball zu bleiben und eventuell sogar noch etwas auf diesem Weg zu bewegen. In anderen. Oder in mir selbst, wenn ich meine Zeilen nochmal lese.

Apropos „mir selbst“… Am Anfang wird es hier viel um das Selbst gehen. Denn immerhin müssen wir alle mit uns selbst irgendwie klarkommen, um möglichst zufrieden durch dieses Leben zu gehen. Soweit zumindest meine Theorie.

Sich seines SELBST bewusst sein

Was ich trotz aller Umsetzungsschwächen in den letzten Jahren über mich gelernt habe, ist eigentlich eine Menge:

  • Was bin ich für ein Mensch?
  • Was fällt mir leicht? Womit tue ich mich schwer?
  • Was ist mir wichtig? Was motiviert mich?

Ich weiß also auch ziemlich genau, welche Baustellen ich beherberge, die mich daran hindern, das zu tun, was ich gerne tun würde. Den größten Anteil daran nehmen ein angeknackster Selbstwert1, gelegentlich mangelndes Selbstvertrauen2 und daraus resultierende diffuse Ängste ein.

Früher war ich immer ruhiger als andere, versteckte mich am liebsten vor neuen Menschen, um bloß nicht (unangenehm) aufzufallen. Im Rahmen meines Jobs habe ich später gelernt, mit vielem umzugehen: neuen Kollegen, neuen Kunden, neuen Herausforderungen und vielen Veränderungen. Im beruflichen Kontext habe ich somit meine Strategien gefunden – hier hilft mir vor allem die Erfahrung und das direkte Erleben, dass mir vieles gelungen ist und die Besinnung darauf, dass ich nicht immer und in allem die Beste sein muss.

Aber… Was andere von mir denken und wie ich vor anderen wirke, nimmt aber auch heute noch zu viel Platz in meinem Denken ein. Hinzu kommt die unterschwellige Angst, Fehler zu machen oder falsche Entscheidungen zu treffen, sowie Scham und Schuldgefühle für alle Situationen, in denen ich nicht perfekt reagiert habe.

Und weil ich davon gehörig die Schnauze voll habe, möchte ich endlich etwas ändern. Um meine Zeit nicht länger mit Zweifeln und Ängsten zu vergeuden oder vor Entscheidungen wie ein Reh im Scheinwerferlicht zu stehen, nicht fähig dazu, mich zu bewegen, weil ich meiner eigenen Einschätzung nicht traue: links oder rechts?

Wie steigert man also sein Selbstwertgefühl?

Wenn man dem Großteil der Selbsthilfeliteratur glaubt, müssen wir uns nur vor den Spiegel stellen, uns in die Augen blicken und sagen, dass wir uns lieben. Wenn wir das nur oft genug machen, wird irgendwann alles gut. Nun, du kannst dich ja mal selbst fragen, ob du mit dieser Methode in der Vergangenheit Erfolg hattest.

Dr. Katharina Tempel, „STARKES ICH – Mein Weg zu mehr Selbstwertgefühl“

Also muss etwas anderes her, als nur Sprüche zu wiederholen oder sich einmal in der Woche ein Schaumbad zu gönnen (obwohl ich diesen Luxus wahrscheinlich weiterhin mit Freude wahrnehmen werde).

Meine Reise wird mich somit zu allererst in meinen eigenen Kopf führen, um die Fragen zu klären, wie genau und warum ich mich boykottiere, gefolgt vom vermutlich etwas mühsamen Aufbau eines neuen Selbstverständnisses.

Als weitere, konkrete Maßnahme werde ich mir die Teilnahme an einem Seminar zum Thema „Selbstmanagement mit dem Zürcher Ressourcen Modell (ZRM)“ gönnen. Ein wenig methodische Unterstützung kann nicht schaden – außerdem gehe ich damit mal wieder eine meiner Hemmschwellen an: mich unter fremde Leute zu begeben.

Also, auf geht’s… Wünscht mir Glück ;)

1Selbstwert (affektive Komponente des Selbst): Enthält alle Bewertungen unserer Person und damit unter anderem die Frage, ob wir uns für liebenswürdig und wertvoll halten.

2Selbstvertrauen (handlungsorientierte Komponente des Selbst): Enthält die Überzeugung, etwas bewirken zu können / das Vertrauen in sich selbst und seine Fähigkeiten